Manuels Beobachtungen in der Praxis
Manuel Madani, Key Account Manager bei Priva, steht in Kontakt mit Produzenten in ganz Südostasien, wo Pflanzen unter tropischen Klimabedingungen kultiviert werden. Hier übt die Präzision der Fertigation eine unmittelbare Wirkung auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen sowie auf deren Entwicklung aus. Nährstoff- und Wassermanagement sind das wichtigste Steuerungsinstrument für meine Region.
Viele Erzeugerbetriebe stellen nach der Etablierung einer Präzisionsbewässerung auf Hydroponik- oder Substratsysteme, um die Bedingungen im Wurzelraum der Pflanzen besser steuern zu können. Das beste Verfahren in der Praxis orientiert sich an den aktuellen Lichtniveaus oder der zu erwarteten Pflanzentranspiration. Dazu messen die Produzenten die Substratfeuchte, das Drainagevolumen, die EC- und pH-Werte, um das korrekte Ausmaß der Pflanzentranspiration zu ermitteln.
„In diesem Teil der Welt entscheidet die Fertigation über die Produktqualität“, erläutert Manuel. „Wenn die Möglichkeiten der Klimasteuerung begrenzt sind, wird die Wurzelzone zum eigentlichen Steuerungsinstrument.“
Der Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer starken Produktionsleistung liegt häufig darin, wie präzise Produzenten die Fertigation auf den tatsächlichen Bedarf der Pflanzen abstimmen. Bereits geringe Abweichungen beim Bewässerungszeitpunkt oder beim EC-Wert machen sich bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit (rF) sehr schnell bemerkbar.
Ein globales Muster, das Ivan feststellt
Als Produktmanager für Priva Compass befasst sich Ivan Fluit mit Anbaubetrieben auf der ganzen Welt. Über Regionen und Kulturen hinweg stellt er fest, dass sich das Ausmaß der Klimasteuerung in den Anbaugebieten weltweit zwar erheblich unterscheidet, die Abhängigkeit von einer präzisen Fertigation jedoch überall gleich ist.
Betriebe, die mit klar definierten Sollwerten für EC-Wert, Drainage und Bewässerungsmenge arbeiten, können die Aktivität des Wurzelsystems wesentlich präziser steuern, da sie verstehen, wie jeder einzelne Faktor die Nährstoffaufnahme und das physiologische Gleichgewicht der Pflanze beeinflusst. Sind diese Zielwerte unklar oder werden nicht konsequent eingehalten, hängt der Kulturerfolg stärker von individuellen Einschätzungen ab. Dadurch steigt das Risiko, reaktive Entscheidungen zu treffen, statt die Kulturen kontrolliert zu steuern.
„Wenn die Fertigation gemessen und als Referenzwert herangezogen wird, können die Produzenten erkennen, wo sich die Pflanze innerhalb ihres Transpirationszyklus befindet“, erklärt Ivan. „Dadurch lassen sich der Zeitpunkt und die EC-Anpassungen weitaus gezielter festlegen.“ Ivan befasst sich mit Fertigationspraktiken auf der ganzen Welt. Über Regionen und Kulturen hinweg beobachtet er dasselbe Muster.
Viele Betriebe definieren zu Beginn der Kultur klare Zielwerte, doch mit fortschreitender Saison treten diese in den Hintergrund. Es werden Anpassungen vorgenommen, doch diese lassen sich nicht immer auf den gemeinsamen, stabilen Ausgangspunkt der Basisstrategie zurückführen. Dadurch lässt sich nur schwer nachvollziehen, ob die erzielten Ergebnisse tatsächlich auf den ursprünglichen Annahmen beruhen.
„Sobald die Zielwerte nicht mehr als klare Bezugspunkte dienen“, erklärt Ivan, „verliert man die Möglichkeit zu beurteilen, ob die eigenen Anpassungen die Bewässerungsstrategie tatsächlich stärken oder sie schleichend in eine andere Richtung lenken.“
Wasserqualität
Wasserqualität ist kein Randthema. Sie bildet die Grundlage jeder Fertigationsstrategie.
In vielen Regionen wird die Verfügbarkeit von ausreichendem und sauberem Wasser immer ungewisser. Wird Drainagewasser wiederverwendet oder das Grundwasser genutzt, können sich im Laufe der Zeit Salze anreichern. Dies beeinflusst unmittelbar die Wirksamkeit der eingesetzten Nährstofflösung. Die in der Theorie berechnete Rezeptur entspricht dann nicht zwangsläufig der Nährstoffzusammensetzung, die tatsächlich die Wurzeln erreicht.
Überschüssige Salze oder unerwünschte Inhaltsstoffe können die Nährstoffaufnahme stören, die Lebensdauer von Systemkomponenten verkürzen und das Risiko für Pflanzenkrankheiten erhöhen. Selbst kleinere Abweichungen können sich unbemerkt zu größeren Problemen summieren.
Sind Wasserqualität und -versorgung jedoch unter Kontrolle, verhalten sich die Nährstofflösungsrezepturen wie vorgesehen. Ihre Zielvorgaben behalten ihre Aussagekraft und Ihr Bewässerungssystem unterstützt Ihre Ziele, statt gegen Sie zu arbeiten.
So steigern Sie Ihren Ertrag
Produzenten suchen keine starren Systeme oder festgelegten Rezepturen für Bewässerung und Nährstoffzufuhr. Sie wollen ihre Bewässerung an den sich ständig ändernden Bedarf der Pflanzen anpassen. Gesucht wird eine Lösung, die auf Erfahrung aufbaut und gleichzeitig sicherstellt, dass Entscheidungen langfristig einer abgestimmten Strategie folgen.
Gerade in Regionen, in denen Wasser und Nährstoffe unter zunehmendem Druck stehen, trägt diese konsequente Ausrichtung dazu bei, schleichende Strategieabweichungen zu vermeiden und eine vorhersehbare Pflanzenentwicklung zu fördern.