Priva Stories

Wie der finnische Gemüseproduzent Mattis die Balance zwischen Belichtung, Ertrag und Energiekosten hält

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Für Gewächshausbetriebe in Finnland ist künstliches Licht keine Ergänzung. Es ist die Produktionssaison. Wer es richtig steuert, muss Energiekosten, Produktqualität und Liefersicherheit gleichzeitig im Blick behalten. So gelingt Mattis Nordstrom genau das.

 

 

Im Gewächshaus aufgewachsen

Mattis Nordstroms früheste Erinnerung an den Familienbetrieb führt ihn zurück in kalte Morgenstunden. Noch bevor das Gewächshaus erwachte, lag er in Blumenverpackungskisten und baute Burgen. "Es war wie mein Kindergarten. Wie Lego – nur in groß."


Er ist die zweite Generation von M. Nordstrom AB, einem Tomaten- und Gurkenproduzenten in Närpes an der Westküste Finnlands. Das Unternehmen ist einer von 35 Betrieben innerhalb von Andelslaget Närpes Grönsaker, jener Genossenschaft, die den finnischen Gewächshausanbau seit 1957 prägt.

 

Sein Vater gründete das Unternehmen. Mattis wuchs hinein. Das „M“ im Firmennamen steht für die Initialen beider Eltern. Dabei wurde er nie in die Rolle gedrängt. Eine Zeit lang interessierte er sich sogar stärker für Wirtschaftswissenschaften. Doch das Gewächshaus zog ihn immer wieder zurück.

„Wenn man hier aufwächst, merkt man, dass das Gras auf der anderen Seite nicht grüner ist. Zu sehen, wie Lebensmittel wachsen, zu sehen, dass man etwas Sinnvolles beiträgt – das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.“

Außerhalb der Arbeit braucht er Bewegung: Golf, Kampfsport und Abende mit seiner Familie auf dem Wasser. Im Gewächshaus zeigt sich derselbe Instinkt auf andere Weise. Jeder Morgen beginnt mit einem Rundgang durch die Kultur. Erst liest er die Pflanzen, dann die Bildschirme.

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Wenn der Winter zur Gestaltungsaufgabe wird

Finnland liegt am nördlichen Rand Europas. Zwischen Januar und März fällt das natürliche Licht in einem Gewächshaus in Närpes nahezu auf null. Für Tomaten, eine Kultur, die Licht nahezu direkt in Ertrag umsetzt, ist künstliche Belichtung keine Option. Sie bildet die Grundlage der Produktion.

 

Finnische Produzenten gehören zu den ambitioniertesten Anwendern von Belichtung weltweit. Hochintensive Beleuchtungsanlagen sind Ausdruck von Fachwissen und professionellem Anspruch. Die Frage lautet nicht, wie man Pflanzen durch den Winter bringt. Die Frage lautet, wie weit sich ihr Potenzial ausschöpfen lässt, ohne ihr Gleichgewicht zu gefährden. "Was uns antreibt", sagt Mattis, "ist zu sehen, wozu die Pflanze wirklich fähig ist." Verändert haben sich in den vergangenen Jahren vor allem die Kosten dafür.

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Der Preis des Lichts

Viele Jahre lang machten feste Stromverträge die Energiekosten zwar hoch, aber berechenbar. Im Jahr 2022 verschwand diese Berechenbarkeit. Auf dem finnischen Strommarkt begannen sich die Preise alle fünfzehn Minuten zu verändern. Für einen Gewächshausbetrieb, der einen dunklen Winter lang mit intensiver künstlicher Belichtung arbeitet, haben diese fünfzehn Minuten direkte finanzielle Auswirkungen. Feste Verträge allein reichten nicht mehr aus. Der Produzent wurde faktisch zum täglichen Energiehändler – ohne die Werkzeuge, um diese Aufgabe effizient zu bewältigen.

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Die klassische Reaktion war manuell: die Preisprognose für den nächsten Tag prüfen, die Belichtung in teuren Stunden reduzieren und den Vorgang immer wiederholen. Reaktiv, zeitaufwendig und letztlich begrenzt. Jede Entscheidung zur Belichtung beeinflusst unmittelbar Qualität, Ertrag und Liefersicherheit. Wird eine teure Stunde verpasst, sinkt die Marge. Wird eine günstige Stunde nicht genutzt, bleibt Potenzial im Bestand ungenutzt. Das Gewächshaus war zu einer Kalkulation geworden, die zu komplex und zu folgenreich war, um sie manuell zu steuern.

„Man kann nicht Tag und Nacht vor dem Computer sitzen und versuchen, die Belichtung zu optimieren“, sagt Mattis. „Wenn man Bauchgefühl in mathematische Zahlen übersetzen will, kann man mit einem Computer nicht mithalten.“

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Der Produzent bestimmt die Regeln

Priva stellte bereits den Klimacomputer bei M. Nordstrom AB, als Mattis nach einer Lösung suchte. Als er sah, was Priva ECO in einem benachbarten Betrieb bei der Kesselsteuerung ermöglichte, stellte sich die nächste Frage fast von selbst: Wenn dynamische Optimierung für Wärme funktioniert, warum dann nicht auch für Licht?

 

„Sie hatten Wissen über die Pflanze“, sagt er. „Nicht nur als Technologieunternehmen. Sie verstanden wirklich, was wir brauchen.“ Die ersten Gespräche begannen 2024. Das Grundprinzip von Priva ECO ist einfach: Das System nimmt dem Produzenten nicht die Kontrolle ab. Es arbeitet innerhalb der Grenzen, die der Produzent selbst festlegt.

Mattis definiert die Rahmenbedingungen: minimale und maximale Lichtintensitäten, tägliche DLI-Ziele sowie einen gemeinsam mit dem Priva-Team entwickelten Planungshorizont von fünf Tagen. Innerhalb dieser Vorgaben berechnet ECO kontinuierlich den kosteneffizientesten Weg, exakt die Lichtmenge bereitzustellen, die die Kultur benötigt. Das System verlagert Belichtungsstunden in günstigere und nachhaltigere Zeitfenster, gleicht Unterschiede zwischen einzelnen Tagen aus und erledigt dies vollständig automatisiert. Der Produzent bleibt für die Kulturstrategie verantwortlich. ECO übernimmt die Umsetzung.

„Sie legen die Grenzwerte fest. Anschließend setzt Priva Ihre Vorgaben auf die bestmögliche und kostengünstigste Weise um – immer mit Rücksicht auf Ihre Kultur.“

Da ECO über Priva Connext läuft und in Priva One integriert ist, werden Änderungen im Belichtungsplan automatisch auf Temperatur, Bewässerung und CO₂-Dosierung übertragen. Wenn sich eine Variable verändert, bewegt sich das gesamte Gewächshaus mit.

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Der Winter, der den Beweis lieferte

Nach mehr als einem Jahr Nutzung sind die Ergebnisse eindeutig. Die Einsparungen bei den Energiekosten liegen – je nach Monat – zwischen acht und fünfzehn Prozent. Im Vergleich zu herkömmlichen Belichtungsstrategien in der Region arbeitet der Betrieb rund 25 Prozent energieeffizienter. Nicht durch weniger Licht, sondern durch ein besseres Timing. Zusätzlich ist Nachhaltigkeit in der Preislogik angelegt. In Finnland ist Strom am günstigsten, wenn viel Windenergie erzeugt wird. Da ECO automatisch die günstigsten Zeitfenster nutzt, verlagert sich die Belichtung ganz von selbst in Phasen mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien.

 

Der eigentliche Beweis kam jedoch im vergangenen Winter. Als die Strompreise in ganz Finnland stark anstiegen, standen viele Betriebe vor der Entscheidung zwischen Energiekosten und Produktion. Bei M. Nordstrom AB hielt der Fünf-Tage-Plan stand. Als anschließend ein Mangel an finnischen Tomaten entstand – auch weil andere Produzenten ihre Produktion reduziert hatten –, verfügte Mattis weiterhin über die notwendigen Mengen, um die Nachfrage zu bedienen. Der Ertrag blieb stabil. Die Lieferungen erfolgten planmäßig. Die Preise pro Kilogramm stiegen. In einem Winter, der viele Betriebe unter Druck setzte, erhöhte sich sein Erlös pro Quadratmeter.

„Es ist ein äußerst wirkungsvolles Mittel gegen Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Woche für Woche bekommen die Pflanzen genau das Licht, das sie brauchen – und der Ertrag bleibt konstant.“

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Grüne Daumen – und mehr als das

Mattis' Morgenroutine hat sich verändert. Weniger Zeit fließt in die Analyse von Strompreiskurven. Mehr Zeit verbringt er in den Reihen der Kultur. Er beobachtet die Pflanzen, spricht mit seinem Team und bleibt nah an dem lebendigen Teil seiner Arbeit. Mit Priva One, das Klima, Bewässerung, Kulturdaten und Betriebsprozesse an einem Ort zusammenführt, ist die mentale Belastung geringer geworden. Das Gewächshaus läuft. Er steuert das Gewächshaus.

 

Sein Vater ist weiterhin Teil des Unternehmens. Nach wie vor neugierig und niemals eine Bremse für neue Entwicklungen. Gemeinsam bauen beide Generationen an der Zukunft des Betriebs. Was Mattis eines Tages weitergeben wird, wird anders aussehen als das, was er übernommen hat. Die gemeinsamen Werte sind jedoch dieselben geblieben: Sorgfalt für die Kultur, Verantwortung gegenüber den Kunden und der Anspruch, die Arbeit richtig zu machen. Nur die Methoden haben sich verändert.

 

„Mit einem grünen Daumen allein kommt man heute nicht mehr aus. Man muss das große Ganze verstehen.“ In Närpes bleibt Wissen selten lange in einem einzigen Gewächshaus. Ein Produzent lernt etwas Neues. Ein anderer schaut zu. Ein System wird getestet. Ein Winter überstanden. Wissen bewegt sich weiter – so wie schon immer in diesem Teil Finnlands.

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An einem Ort, an dem das Licht monatelang verschwindet, war Gemüsebau schon immer mit Erfindergeist verbunden. Zuerst kam das Familiengewächshaus. Dann die Genossenschaft. Dann das künstliche Licht. Heute wird selbst Licht als dynamische Strategie gestaltet.

Im Dunkeln baut Mattis noch immer Tomaten an.
Gleichzeitig entwickelt er einen Weg, auch in Zukunft weiter wachsen zu können.