Eine Branche entwickelt sich weiter
Die Gründung von Vialux erfolgte um einen Bedarf zu decken, für den es bis dahin keine Lösung gab.
In den 1980er-Jahren wandelte sich der Gartenbau grundlegend – es wurde nicht länger im Boden, sondern auf Steinwolle kultiviert. Durch das Verbot von Methylbromid im Jahr 1982 in den Niederlanden – und nach und nach weltweit – wurde diese Entwicklung beschleunigt. Für das Mittel, das jahrelang als Standard für die Bodendesinfektion galt, musste Ersatz gefunden werden. Steinwolle schien die ideale Alternative zu sein: ohne Boden wurde die Bodendesinfektion überflüssig.
Doch mit der Umstellung auf das neue Kulturverfahren entstand ein neues Problem. Gelangten Krankheitserreger ins Drainwasser, konnten diese sich über das Bewässerungssystem in der gesamten Kultur verbreiten. Die Branche brauchte eine neue Lösung.
Und Priva fand einen Weg: Desinfektion mit UV-Licht. Messbar, zuverlässig und einfach zu steuern. Kein Einsatz von Chemikalien, keine Rückstände – nur Wasser, das für Pflanzen und Menschen sicher ist.
„Wir haben uns für die UV-Desinfektion entschieden, weil man die Wirkung messen, kontrollieren und darauf vertrauen kann“, so André de Raadt, Portfolio-Manager bei Priva. „Wir halten, was wir versprechen, und das mit vollem Einsatz.“
35 Jahre sind kein Zufall
Das allererste Vialux HDUV-System wurde von Jan Vos an einen Gartenbaubetrieb im Süden der Niederlande verkauft. Einige dieser ersten Anlagen sind noch heute in Betrieb.
„Es war ein gutes System, und ich habe viele davon in der Provinz Südholland abgesetzt. Allerdings verbrauchte die erste Version noch recht viel Energie. Deshalb haben wir die Vialux M-Line entwickelt. Aber schon vom ersten Tag an wussten wir, dass das System funktioniert.“
Jan erzählt diese Geschichte immer wieder gerne. Der ursprüngliche Lieferant von Priva bot ein UV-Desinfektionssystem für Drainwasser an. Dieses arbeitete allerdings mit vier separaten UV-Lampen – ein System, das sich für professionelle Gartenbaubetriebe nicht ausbauen ließ. Deshalb nahm Priva die Sache selbst in die Hand.
„Wir wollten eine Kammer, eine UV-Lampe und einen UV-Sensor. Einfach und zuverlässig. Sobald das Wasser die Kammer durchlaufen hat, sollte sichergestellt sein, dass es desinfiziert wurde. Wettbewerber arbeiteten mit mehreren Kammern und einem LDUV-Sollwert. Wir wollten einen anderen Weg einschlagen – mit einem System, das einfacher zu warten und nachzurüste ist.“
Von Anfang an war Flexibilität der entscheidende Faktor. Wer mehrere Kulturen anbaut, kann problemlos zwischen verschiedenen Tanks wechseln. Darüber hinaus lässt sich der Wasserdurchfluss anpassen. Wenn der Schutz gegen hartnäckige Krankheiten wie beispielsweise die Haarwurzelkrankheit (Rhizobium rhizogenes) eine besondere Herausforderung darstellt, kann man einfach die Durchflussgeschwindigkeit reduzieren. Dadurch wird das Wasser länger der UV-Strahlung ausgesetzt.
„Einer der größten Vorteile der UV-Desinfektion ist, dass dem Wasser keine Nährstoffe entzogen werden. Das Wasser wird desinfiziert, ohne dass etwas verloren geht. Genau das macht diese Lösung wirtschaftlich“, so Jan Vos, erster Vertriebsmitarbeiter von Vialux.
Ein Beweis für echtes Vertrauen: Gartenbaubetriebe, die sich vor 35 Jahren für Vialux entschieden haben, haben diese Entscheidung nie bereut.
Heute sind Vialux-M-Line-Systeme in Gewächshäusern auf der ganzen Welt im Einsatz – von den Niederlanden über Dubai bis in die USA. Das Grundprinzip ist bis heute unverändert: ein System, das Jahr für Jahr und Gewächshaus für Gewächshaus genau das leistet, was es verspricht.
Was uns 35 Jahre Praxiserfahrung gelehrt haben
André de Raadt beobachtet seit vielen Jahren die Entwicklungen im Gartenbau ganz genau. Er sieht eine Branche, die sich rasant verändert und vor Herausforderungen steht, die weit über die Technik hinausgehen.
Neue Substrate, neue Herausforderungen
Der Wechsel von Steinwolle zu organischen Substraten wie Kokosfasern mag unbedeutend erscheinen, hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Wasserdesinfektion. Steinwolle bietet sehr gleichmäßige Bedingungen und erfordert eine präzise Steuerung. Kokosfasern hingegen sind toleranter gegenüber kleinen Handhabungsfehlern, die Zusammensetzung des Substrates ist jedoch weniger vorhersehbar. Das bedeutet, eine Standardlösung für die Wasserdesinfektion funktioniert nicht immer optimal.
„Der Gartenbau entwickelt sich ständig weiter“, stellt André de Raadt fest. „Neue Substrate, neue Genetik und neue Kulturmethoden. Bei Priva denken wir deshalb ständig darüber nach, wie wir darauf reagieren müssen.“
Wissen – die eigentliche Herausforderung
Wissen macht den Unterschied. „Alles wird komplexer“, so de Raadt. „Neue Substrate, neue Kulturmethoden, neue Vorschriften. Deshalb bleiben viele Produzenten bei dem, was sie kennen und verstehen – selbst dann, wenn es bessere Lösungen gibt.“
Ein Produzent, der seine tatsächlichen Wasserkosten kennt, trifft bessere Entscheidungen. Mit dem Vialux-Rechner lässt sich exakt berechnen, wie viel Wasser und Dünger Sie einsparen und wie die Kosten – abgestimmt auf Ihre individuelle Situation – reduziert werden können.
Kombinierte Systeme sind die Zukunft
Priva arbeitet bereits am nächsten Entwicklungsschritt: kombinierte Systeme, die sich exakt an die Anforderungen der Kultur anpassen.
„Wir stellen immer häufiger fest, dass ein einzelnes System nicht mehr ausreicht. Bei Kokosfasern und anderen organischen Substraten benötigt man teilweise eine UV-Desinfektion und eine Ultrafiltration, um das Wasser wirklich sauber zu halten. Wir arbeiten daran, diese Kombinationen für Gartenbaubetriebe einfacher und kostengünstiger zu machen.”
Nachgewiesene Ergebnisse
Bei Hollandia Greenhouses in Nordamerika ist die Wasserdesinfektion zu einem festen Bestandteil des Geschäftsmodells geworden.
Das Unternehmen recycelt bis zu 80 Prozent seines Bewässerungswassers. „Wir dürfen überhaupt nichts einleiten, deshalb ist die Wiederverwendung unsere einzige Option“, erläutert Operations Manager Terry Pastorek. „Um ehrlich zu sein, ist das aber auch die wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung.“
Mit Priva Vialux, als Herzstück der Wasseraufbereitungsstrategie, liegen die Einsparungen bei Hollandia allein bei den Düngemitteln zwischen 4.000 und 5.000 US-Dollar pro Woche. Nährstoffe, die sonst verloren gingen, gelangen zurück in die Kultur. In den meisten Fällen amortisiert sich ein Vialux-System in weniger als drei Jahren.
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Der Blick in die Zukunft
Die UV-LED-Technologie ist bereits auf dem Weg. Wir sprechen mit unseren Lieferanten schon über die neue Technik, doch für einen kommerziellen Einsatz reicht die Effizienz aktuell noch nicht aus. „Wir gehen davon aus, dass es noch mindestens fünf Jahre dauern wird. Aber wir verfolgen die Entwicklungen sehr genau – und sobald die Technologie marktreif ist, sind wir darauf vorbereitet.“
Auch gesetzliche Vorgaben spielen eine wichtige Rolle. Die derzeit eingesetzten UV-Lampen enthalten Stoffe, die von Behörden als chemischer Abfall eingestuft werden. Priva beobachtet kontinuierlich die Fortschritte und ist bereit, auf UV-LED umzusteigen, sobald diese die für Gartenbaubetriebe erforderliche Effizienz aufweisen.
Gleichzeitig werden unsere Systeme immer intelligenter. Die neueste Vialux M-Line HT passt die UV-C-Dosis automatisch an die gemessene Wasserqualität an. Sie lässt sich vollständig in Priva Connext und Compact CC integrieren und verarbeitet große Wassermengen mit kleineren, energieeffizienteren Reaktoren.
„Wir entscheiden uns immer für die beste, nicht für die einfachste Lösung“, betont André de Raadt. „Der Gartenbau entwickelt sich ständig weiter, und wir entwickeln uns mit ihm.“
Auch nach 35 Jahren: Die wichtigste Frage bleibt immer dieselbe
„Herausragend ist für mich, wie viel wir von den Produzenten und Partnern gelernt haben. Mit jedem Gespräch und jeder Installation sind wir besser geworden. Das ist das Fundament, auf das wir immer wieder aufbauen können.“
Vor 35 Jahren stand der Gartenbau vor einer großen Herausforderung – heute ist unsere Lösung in Gewächshäusern auf der ganzen Welt im Einsatz. Die einzige Frage lautet: Nutzen Sie sie bereits?