Westminster abbey, historic buildings

Nicht invasive Technologien können historische Gebäude nachhaltiger machen

Aus verständlichen Gründen konzentrierte sich die Diskussion zum Thema „nachhaltigere erbaute Umgebungen“ bisher auf Konstruktion, Gestaltung und Entwicklung von Neubauten. Unlängst haben sich aber einige wichtige Persönlichkeiten in die Diskussion eingeschaltet, darunter der Erste Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, und haben dafür gesorgt, dass dem Thema Energiewirkungsgrad auch im Hinblick auf historische Gebäude allmählich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Dienstag, 23. März 2021

Bei seiner Teilnahme an einem Webinar anlässlich des Klimagipfels in Dublin hob Hr. Timmermans die wichtige Rolle, die ältere Gebäude bis weit in die Zukunft, und ganz bestimmt über das „Netto-Null“-Ziel Mitte des Jahrhunderts hinaus, spielen werden, hervor. „Die meisten der derzeit bestehenden Gebäude werden auch im Jahr 2050 noch stehen. Das ist zugleich der Vor- und der Nachteil, wenn man in Europa lebt“, sagte er. Deshalb forderte er einen Plan, der sowohl die Erhaltung des baulichen Erbes als auch die Verbesserung des Energiewirkungsgrads in sich vereint. (1)

Den Energiewirkungsgrad älterer Gebäude mit minimalen Auswirkungen auf das Gebäude und seine Nutzbarkeit zu verbessern wird mit der neuesten Generation von Regelungen, Sensoren und Nachrüsttechnologien immer einfacher, sagt Gavin Holey von Priva.

Die Umsetzung dieser Agenda ist natürlich leichter gesagt als getan. Dies gilt besonders für Länder mit vielen denkmalgeschützten oder aus anderen Gründen geschützten Gebäuden, an denen nur in begrenztem Umfang Änderungen durchgeführt werden dürfen. In England alleine geht man von derzeit ca. 500.000 denkmalgeschützten Gebäuden aus (2).

Angesichts dessen überrascht die steigende Nachfrage nach Lösungen, mit denen der Energiewirkungsgrad von Gebäuden auf nicht invasive Weise verbessert werden kann, nicht. Von Beleuchtung und Heizinfrastruktur bis zu Sensoren und integrierten Regelsystemen stehen Kunden für solche Gebäude vielfältige Lösungen zur Verfügung, mit denen sie die Zukunft nachhaltiger gestalten können.

Drei grundlegende Attribute

In allen Gebäude, besonders jedoch in historischen Standorten, müssen Energie- und Regelsysteme im Einklang mit dem Gebäude selbst funktionieren. Priva legt deshalb bei der Konstruktion seiner Anlagen besonderen Wert auf drei grundlegende Attribute, nämlich unauffällig, nicht störend und flexibel.

Mit einem zentral installierten, aus der Ferne zugänglichen Gebäudeverwaltungssystem (GLS) von Priva überwachen wir Energie und Klima und können die Auswirkungen auf historische Gebäude auf mehrere Arten minimieren. Durch die Verwendung von Sensoren zur Messung von Temperatur und Feuchte besteht beispielsweise kein Bedarf für die Verlegung neuer Kabel und Hauptleitungen. Oftmals lässt sich auch ein vorhandenes EDV-Netzwerk für die Verbindung zum GLS verwenden. Dies reduziert den Aufwand für invasive Installationsarbeiten noch weiter.

Der Erfolg dieser Vorgehensweise zeigt sich in einem von Großbritanniens berühmtesten Gebäuden, der St. Paul’s Cathedral im Zentrum von London (3). Projektziel waren verbesserte Energieeffizienz und Zuverlässigkeit der Anlage durch Installation eines GLS von Priva. Damit die Arbeiten die normalen Abläufe vor Ort so wenig wie möglich beeinträchtigen, führte der Projektsubunternehmer Bunton M&E alle vorbereitenden Arbeiten so weit möglich abseits der eigentlichen Baustelle innerhalb von fünf Wochen durch. Die eigentlichen Installationsarbeiten vor Ort nahmen dadurch nur noch vier Wochen in Anspruch. Noch mehr Zeit sparte die Tatsache, dass das vorhandene EDV-Netzwerk zur Kommunikation zwischen dem Hauptleitstand, den Veranstaltungs- und Mehrzweckräumen, der Wren Suite, und dem GLS von Priva eingesetzt werden konnte.

Im Verbund mit der standortumspannenden Überwachung ermöglicht das GLS von Priva die Erkennung und Beseitigung energetisch ineffizienter Situationen. Das System lässt sich aus der Ferne bedienen und einstellen. Durch seine bereits konstruktiv angelegte Skalierbarkeit lässt es sich mit nur minimalen Arbeiten vor Ort an zukünftige Änderungen anpassen.

Unsere Arbeit an St. Paul’s und vielen anderen historischen Standorten beweist, dass flexible Regelung und Überwachung von Gebäudesystemen ohne Nachteile machbar ist. Dafür zu sorgen, dass die älteren Gebäude in Europa in Zukunft nachhaltiger werden, ist kein Kinderspiel. Die Technologien machen dies jedoch in zunehmendem Maße möglich.

Quellen:
(1) https://www.independent.co.uk/climate-change/news/europe-sustainable-old-buildings-cities-b1806633.html
(2) https://historicengland.org.uk/listing/what-is-designation/listed-buildings/
(3) https://www.priva.com/discover-priva/stay-informed/customer-stories/st-pauls-cathedral-upgrade