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Der neue Hauptsitz des Stadtrats von Aberdeen spart Energie mit GLS-Technologie

Gebäudeautomation
Gebäudemanagement
Aberdeen city council
2021
Historische Gebäude Stadtrat von Aberdeen
Der Umzug des Stadtrats von Aberdeen City ins Marischal College in der Broad Street ist aus vielen Gründen ein bahnbrechendes Entwicklungsprojekt. Vor allem, weil die neue Zentrale des Rats, die mit einem Priva-GLS ausgestattet ist, als echtes Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit eingestuft werden kann.

Das Marischal College, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1593 zurückgehen, ist mit seiner imposanten Lage eines der prägenden Gebäude in der Skyline von Aberdeen. Das circa hundert Jahre alte aktuelle Bauwerk ist nach dem „Escorial“ in Madrid das zweitgrößte Granitgebäude der Welt. Damit ist es das perfekte Symbol für die „Granitstadt“ Aberdeen. Beim Umzug des Stadtrats geht es allerdings um mehr als nur um Prestige oder neue Büroräume. Im Mittelpunkt stehen dabei vielmehr die ökologische Verantwortung und die Nutzung von erneuerbaren Energien.

Energiehauptstadt Europas

Der frühere Hauptsitz im St Nicholas House wurde 1966 für eine Gebrauchsdauer von 30 Jahren konstruiert und bot dem Rat keine Zukunftsperspektive mehr. Die Nutzung des Marischal College erwies sich im Vergleich zur Sanierung von St Nicholas House oder zum Neubau auf einer Grünfläche als günstigste Option. Außerdem unterstreicht diese Wahl das ehrgeizige Ziel der Stadt, zu „Europas zukünftiger Energiehauptstadt“ zu werden. Das bahnbrechende Projekt bereitet den Weg für die Restaurierung des Stadtzentrums und die Gestaltung eines neuen Bürgerschwerpunkts. Darüber hinaus wird auf diese Weise ein Gebäude wieder in Gebrauch genommen, das seit einigen Jahren leer stand.

Der Entwurf in Höhe von 68 Millionen £ sah die Demolierung des Gebäudeinneren sowie den Bau von modernen Büroräumen auf einer Fläche von ca. 16.165 m² vor. Die vier Etagen bieten ausreichend Raum für bis zu 1.300 Ratsmitglieder. Sämtliche Granitprofile des Gebäudes wurden erhalten.

Im Rahmen der Ausschreibung beauftragte das zuständige Architektenteam die beratenden Ingenieure von Wallace Whittle in Glasgow. Die Agentur sollte die komplette Technik für das Gebäudeinnere entwerfen, darunter ein umweltfreundliches Biomasse-Heizungssystem, das mit Holzhackschnitzeln betrieben wird. Allerdings ist Aberdeen eine der nördlichsten Städte im Vereinten Königreich und damit berüchtigt für das raue Klima an der Nordseeküste. Deswegen war ein angemessenes Backup-System für den Biomassekessel erforderlich. An dieser Stelle schaltete Wallace Whittle das Priva-Partnerunternehmen Campbell Control Services ein, einen Fachbetrieb für automatische Gebäudeleitsysteme.

Kesselhaus-Steuerungen

Es wurden zwei Gaskessel zur Unterstützung des Biomassesystems installiert, die bei Störungen oder Brennstoffmangel einspringen. Beide Kesselhäuser im Untergeschoß sind mit Schalttafeln und Priva Compri HX8E BMS Controllern ausgestattet, verfügen über eine Touchscreen-Anzeige, U18 universelle Eingabemodule, DI12S digitale Eingabemodule und RO6MS digitale Eingabe-/Ausgabemodule.

Die Kessel sind so angeordnet, dass sie schrittweise arbeiten, um die erforderliche Kesselrücklauftemperatur zu erreichen. Der Sollwert kann vom Betreiber über das GLS eingestellt werden. Bei Bedarf werden die Kessel in einer „zuerst ein/zuletzt aus“-Basis sequenziert. Auf diese Weise wird eine kontinuierlich rotierende Kesselfolge gewährleistet, sodass die Kesselmodule eine gleichmäßige Betriebslast haben.

Heizung und Kühlung

Die Integration der Priva-Technologie im Marischal College geht weit über Schalttafeln für Backup-Kessel hinaus.

Das Gebäude wird beispielsweise mit individuellen an der Decke angebrachten Wasser-Wärmepumpen beheizt und gekühlt, die mit dem Priva-System für Zeit-/Temperatursteuerung integriert sind. Mehrere Compri HX4 von Priva unterstützen diese Pumpen bei der Wasserversorgung und -regelung. Sie sind in 16 Schalttafeln angeordnet, die in allen Etagen installiert wurden. Jede Wärmepumpe kann überschüssige Wärme in die kälteren Bereiche des Gebäudes umleiten. Auf diese Weise wird der Gesamt-Energiebedarf des Gebäudes gesenkt. Auch die Wärmeabfuhranlagen, die mit adiabatischen Kühlern funktionieren und verstärkt mithilfe von Frischluft kühlen, werden von dem Priva-System überwacht und gesteuert.

Priva überall

Das Priva-System erfüllt zahlreiche weitere Kontrollfunktionen, wie zum Beispiel die Überwachung und Steuerung verschiedener Lüftungsgeräte und unterstützender Lüftungsanlagen im kompletten Gebäude. Es überprüft auch den MCCB-Status der Haupt- und der Schalttafeln im Südflügel. Dieses Projekt umfasst insgesamt mehr als 9.000 Integrationspunkte und steuert eine beeindruckende Liste von Anlagen, unter anderem: 643 Gebläsekonvektoren, Warmwassersystem, auf dem Dach angebrachte Klimageräte für Belüftung sowie Absaugvorrichtungen für die WCs. Ein- und Ausgangsstatus werden über Modbus oder BACnet-Netzwerke an die Priva-Controller übermittelt.

Auch die Hochführfelder auf dem Dach und die Schalttafeln für den Versammlungsraum und den Hauptkommunikationsraum des Gebäudes sind mit der Priva HX4 Technologie ausgestattet.

Weiterhin wird die Messung der Lieferung von Elektrizität, Gas und Wasser von der Priva GLS -Technologie überwacht und bei Alarm oder Statusunregelmäßigkeiten sendet die GLS-Software eine SMS oder eine E-Mail an den zuständigen Wartungsingenieur. Campbell Controls lieferte einen Desktop-PC und das Software-Paket TC Vision, das die Abfrage/Änderung aller Priva-gesteuerten Anlagen von einem zentralen Punkt im FM-Raum aus ermöglicht. Mit Privas TC Vision-Software kann man auf die mehr als 9.000 BACnet- und Modbus-Integrationspunkte zugreifen (lesen und/oder schreiben). Das kann sowohl von jedem Desktop-PC aus geschehen, der in das Gebäude-Intranet integriert ist, als auch aus der Ferne anhand über eine Internetverbindung.

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Pierre Paul Lagache

Branch Office Manager Building Automation

Pierre Paul Lagache