Paris climate agreement

Fünf Jahre nach dem Übereinkommen von Paris: ein Fortschrittsbericht (Teil 1)

Nach Jahren der Spaltung, Verzögerung und Verweigerung wurde mit dem Pariser Klimaschutzübereinkommen von 2015 eine längst überfällige Einigung zum Umgang mit dem Klimawandel erreicht. Um einen Temperaturanstieg mit katastrophalen Folgen zu vermeiden, wurde in diesem Übereinkommen das vorrangige Ziel festgelegt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 2 °C gegenüber den vorindustriellen Werten zu begrenzen. Gleichzeitig wurde darauf gedrängt, den Anstieg auf 1,5 °C zu begrenzen, weil dies die Auswirkungen des Klimawandels erheblich reduzieren würde.

Dienstag, 2. März 2021

Das Übereinkommen von Paris ist das mit Abstand umfassendste Klimaschutzübereinkommen und wurde von 196 Mitgliedsstaaten des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen ausgehandelt und verabschiedet. Ein potenziell schwerer Rückschlag war der Rückzug der USA und damit des zweitgrößten Kohlendioxidemittenten der Welt im Jahr 2018 (1) aus dem Übereinkommen unter der Präsidentschaft von Donald Trump. Dessen Nachfolger Joe Biden hat allerdings angekündigt, dass sich die USA vom ersten Tag seiner Präsidentschaft an wieder zu diesem Übereinkommen bekennen werden.

Die „20/20/20-Ziele“

Das Übereinkommen wird von vielen Seiten kritisiert, unter anderem, weil viele Schritte eher als „Versprechen“ denn verbindliche Verpflichtungen formuliert wurden. Dennoch enthält das Übereinkommen relevante Handlungsrichtlinien für einzelne Länder, unter anderem in Form der sogenannten 20/20/20-Ziele. Zu diesen gehören die Reduzierung der CO2-Emissionen um 20 %, die Erhöhung des Marktanteils erneuerbarer Energien auf 20 % und eine Steigerung der Energieeffizienz um 20 %.

"Obgleich einige positive Entwicklungen zu vermelden sind, bleibt noch ein weiter Weg zurückzulegen, bis Bausektor und Gebäudewirtschaft ihre Anteile an der Einhaltung des Klimaschutzübereinkommens und des EU-Kohlenstoffneutralitätsziels erbringen werden", schreibt Thierry Colignon von Priva.

Im Zusammenhang mit dem Übereinkommen von Paris wurden viele weitere regionale und länderspezifische Initiativen zur Kohlenstoffreduktion gestartet. Die wichtigste Initiative der EU ist das von der Europäischen Kommission formulierte Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein. Ursprünglich hatte sich die EU eine 40-prozentige Reduzierung der Emissionen bis 2030 vorgenommen. Im September letzten Jahres wurde dieses Ziel jedoch auf 55 Prozent erhöht.

Die EU betont die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes zur Kohlenstoffreduzierung und sagt, dass „alle Bereiche der Gesellschaft und Wirtschaft eine Rolle spielen werden – vom Energiesektor über die Industrie, die Mobilität, die Gebäude bis hin zur Land- und Forstwirtschaft.“ Ihre Entschlossenheit, eine Führungsrolle zu übernehmen, zeigt die Gemeinschaft nicht zuletzt durch „Investitionen in realistische technologische Lösungen“. (2)

Natürlich spielen Gebäude und Bausektor dabei eine sehr große Rolle. Nach Angaben des World Green Building Council sind Bausektor und Gebäudebewirtschaftung für 39 % aller Kohlenstoffemissionen weltweit verantwortlich. Betriebsbedingte Emissionen – einschließlich der zum Heizen, Kühlen und Beleuchten von Gebäuden verwendeten Energie – machen 28 % davon aus. (3)

All dies hat in den letzten Jahren zu einem gesteigerten Bewusstsein für Technologien geführt, die zu energieeffizienteren Gebäuden führen können – von LED-Beleuchtung bis hin zu Gebäudemanagementsystemen. Und nach den neuesten EU-Daten, die im Oktober 2020 veröffentlicht wurden, sich aber auf das Jahr 2018 beziehen, zeigen diese Maßnahmen Wirkung. Die Reduzierung des Energieverbrauchs um 1,7 % im Wohnsektor war der größte Einzelrückgang, gefolgt vom Dienstleistungssektor mit einer Reduzierung um 1,4 %. (4)

Während diese Daten Anlass zu vorsichtigem Optimismus geben können, werden wir im zweiten Teil dieses Blogs sehen, dass noch viel zu tun bleibt, bis Gebäude wirklich auf dem Weg in eine kohlenstoffneutrale Zukunft sind.

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Quellen:

(1) https://www.ucsusa.org/resources/each-countrys-share-co2-emissions
(2) https://ec.europa.eu/clima/policies/strategies/2050_en
(3) https://www.worldgbc.org/news-media/WorldGBC-embodied-carbon-report-published
(4) https://ec.europa.eu/energy/sites/ener/files/progress_report_towards_the_implementation_of_the_energy_efficiency_directive_com2020954.pdf

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