Fünf konkrete Schritte auf dem Weg zu den „Advancing Net Zero“-Zielen

In den Blogs des letzten Monats beschäftigten wir uns mit der „Advancing Net Zero“-Initiative der World Green Building Councils (WorldGBC), und dem ursprünglichen Ziel, alle neuen Gebäude bis 2030 netto kohlenstofffrei zu betreiben. Darüber hinaus setzt sich die Initiative für eine Markttransformation hin zu 100 % kohlenstofffreien Gebäuden bis 2050 ein (1).

Weil das zweite Ziel mit dem Klimaneutralitätsziel der EU übereinstimmt, ist schon jetzt klar, dass viele Akteure an der Umsetzung des WorldGBC-Programms arbeiten werden. Nichtsdestoweniger fühlen sich diese Ziele wie eine gewaltige Aufgabe an – vor allem für Unternehmen mit großen Belegschaften, die auf ihre Erlöse achten müssen.

Vor diesem Hintergrund stellen wir fünf konkrete Schritte für Unternehmen vor, die eine Advancing Net Zero-Verpflichtung in Betracht ziehen.

1) Unterschätzen Sie niemals die Bedeutung der Bau- und Betriebsphasen.

Nach Angaben des WorldGBC verursachen betriebliche Emissionen weltweit 28 % aller Kohlenstoffemissionen, während Gebäude und Baumaßnahmen 39 % verursachen (2). Diese Zahlen zeigen, dass es nicht nur darauf ankommt, Bauunternehmen mit nachgewiesener Erfolgsbilanz im umweltfreundlichen Bauen zu verpflichten, sondern auch auf dem Einsatz nachhaltiger Materialien zu bestehen, wo immer dies möglich ist.

2) Arbeiten Sie mit Beratern und Spezialisten zusammen, die über fundierte Kenntnisse im Bereich der Dekarbonisierung verfügen.

"Es mag nahezu unerreichbare scheinen, die Netto-Null-Kohlenstoffverpflichtung des World Green Building Councils zu erfüllen. Mit den richtigen Technologien kommt man jedoch erstaunlich weit", schreibt Gavin Holvey von Priva.

Bis vor kurzem wurden Spezialisten für die Energiereduzierung häufig erst dann in Projekte einbezogen, wenn viele Änderungen aufgrund des bereits erreichten Planungsfortschritts gar nicht mehr in Betracht kamen. Während inzwischen allgemein anerkannt ist, dass Spezialisten für Gebäudetechnik vom ersten Tag an einbezogen werden müssen, bleibt die Suche nach geeigneten Beratern eine Herausforderung.

Achten Sie bei Ihren Beratern auf Fachkenntnisse zu unterschiedlichen Technologien, auf Abstimmung mit Initiativen der Industrie einschließlich Advancing Net Zero und auf eine solide Erfolgsbilanz erfolgreicher Projekte.

3) Sorgen Sie für den Einbau energieeffizienter Gebäudesysteme.

Die Auswahl der energieeffizientesten Gebäudekerntechnologien kann massive Auswirkungen auf den Kohlenstoff-Fußabdruck eines Gebäudes haben. Von Luftfilter- und Kühlsystemen bis hin zu Heizungsinfrastrukturen, die mit der besten Art von Isolierung ausgestattet sind – die Einsparpotenziale sind enorm.

Mit der Anzahl der Optionen und der zunehmenden Komplexität der Systeme kann es allerdings schwierig werden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dies ist ein weiterer Grund, mit Spezialisten zusammenzuarbeiten, die Sie auf Basis solider Fachkenntnis und Erfahrung durch den Dschungel der Optionen leiten.

4) Investieren Sie in ein Gebäudeverwaltungssystem (BMS).

Ein gut spezifiziertes BMS kann bei der Steuerung der Energienachfrage ein entscheidender Aktivposten sein. Für Anlagen mit umfangreichen mechanischen, elektrischen und HLK-Systemen werden heute üblicherweise BMS installiert, die für eine übergreifende Steuerung und Überwachung sorgen. Mit Hilfe solcher Systeme können Haustechnikmanager die Leistung eines Gebäudes genau beobachten und potenzielle Probleme frühzeitig erkennen.

Auch die Monitoring- und Analysefunktionen der Systeme sind immer leistungsfähiger geworden. Dadurch wird es leichter, neue Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu erkennen.

5) Schließen Sie langfristige Support- und Wartungsvereinbarungen.

Sobald eine Anlage installiert ist, benötigen Sie langfristige Supportverträge mit Spezialisten. Diese werden nicht nur dafür sorgen, dass mögliche Probleme frühzeitig identifiziert werden, sondern können Sie auch zu neuen Technologien beraten, die weitere Einsparungen möglich machen.

Niemand hat behauptet, dass es einfach werden würde – aber mit vielen pragmatischen Schritten lassen sich die Ziele von Advancing Net Zero Stück für Stück erreichen.

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Quellen:
(1) World Green Building Council: Neuer Bericht: Bausektor kann bis 2050 Netto-Null-Kohlenstoffemissionen erreichen, https://www.worldgbc.org/news-media/WorldGBC-embodied-carbon-report-published
(2) Gebäude entwerfen: Kohlendioxid im Bauwesen, https://www.designingbuildings.co.uk/wiki/Carbon_dioxide_in_construction