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Neues Denken, Neues Handeln: Zeit für gesunde Gebäude

Wir sollten nicht vorschnell urteilen, welche bleibende Wirkung die Krise haben wird. Es ist aber anzunehmen, dass sich das Verhältnis von Arbeitnehmern zu ihrem Arbeitsplatz langfristig geändert hat. Zukünftig werden vermutlich mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten und diejenigen, die ins Büro gehen, werden eine gesunde und sichere Umgebung voraussetzen.

Donnerstag, 11. Juni 2020

Wer den Kontakt mit anderen Menschen nicht umgehen kann, wird vermehrt darauf achten, dass das Arbeitsumfeld möglichst geringe Gesundheitsrisiken birgt. Facility Manager werden ihren Teil dazu beitragen müssen, dass die von den europäischen Regierungen erlassenen Richtlinien befolgt werden. Dazu gehört in der Regel die Einhaltung der Abstandsregeln, die Anordnung von Stühlen und Bildschirmen aber auch die Kontrolle der Wasserqualität und dem effektiven Management von Besuchern.

All diese Erwägungen sind Teil der Risikobewertung mit denen Firmen sich nun weltweit beschäftigen. Wichtig ist, dass auch die Kernsysteme, die den effektiven Betrieb von Gebäuden ermöglichen, bei der Analyse nicht übersehen werden. Facility Manager müssen sich ganz besonders sorgfältig mit der Wartung der Lüftung sowie einer gesunden und ständig erneuerten Luftzufuhr auseinandersetzen, wobei sich der Fokus von der Luftumwälzung nun auf eine erhöhte Luftzufuhr und Entlüftung verschiebt.

„Sicherzustellen, dass wichtige Gebäudesysteme – die das Raumklima und die Luftzufuhr regulieren – betriebsbereit sind, sollte oberste Priorität bei der Rückkehr zum Arbeitsplatz haben“, meint Peter Vandendriessche, VP Strategy & Commerce von Priva Building Automation.

So drängt beispielsweise der Anfang des Jahres veröffentlichte REHVA COVID-19 Leitfaden (1) darauf, dass Arbeitgeber für „sichere Belüftung von Räumen mit Außenluft und auf Nenngeschwindigkeit eingeschaltete Belüftung - mindestens 2 Stunden vor der Nutzungszeit, aber auch nachts und am Wochenende“ sorgen sollen. Derartige Leitfäden werden tagesaktuell und länderspezifisch angepasst.

Die Regulierung der Luftqualität ist Teil eines insgesamt gesteigerten Bewusstseins für die Klimabedingungen von Gebäuden, einschl. Temperatur, Feuchtigkeit und Beleuchtung. Der Trend hin zu integrierten Klimasteuerungssystemen, begann schon vor geraumer Zeit, wird aber durch die Notwendigkeit für gesundheitsfördernden Maßnahmen am Arbeitsplatz, akuter. Wir ermutigen Unternehmen und Facility Manager die richtigen Systeme zu installieren, um in dieser Ausnahmesituation die Gesundheit und Sicherheit aller Mitarbeitern gewährleisten zu können und langfristig eine erhöhte Produktivität sowie geringe Betriebskosten sicherzustellen.

In ganz Europa gibt es eine Reihe an regulatorischen Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass Gebäude nicht zum Risiko einer erneuten Zunahme an Coronavirus-Fälle beitragen. Denn wie Nick Wilson in seinem neuen Artikel für People Management (2) richtig feststellt, kann ein offensives Handeln in dieser Hinsicht einen entscheidenden Vertrauens-Bonus bei Mitarbeitern schaffen, wenn es um die Rückkehr zum Arbeitsplatz geht.

Durch regelmäßige Inspektionen und aktive Aufforderungen, ggf. gesundheitsschädliche Zustände zu melden, „kann sichergestellt werden, dass Ihr Arbeitsplatz konform ist,“ schreibt Wilson. „Indem Sie Ihren Mitarbeitern demonstrieren, dass Sie Gesundheit und Sicherheit ernst nehmen, können Sie Bedenken zerstreuen, und das Risiko der Arbeitsverweigerung minimieren. Somit kann ein wesentlich geschmeidigerer Übergang zur ‚neuen Normalität‘ gewährleistet werden was wiederum Ihre Position als verantwortlicher Arbeitgeber stärkt, und letztendlich Leben retten.“

Quellen:
(1) www.rehva.eu/fileadmin/user_upload/REHVA_COVID-19_guidance_document_ver2_20200403_1.pdf
(2) www.peoplemanagement.co.uk/experts/legal/creating-a-covid-19-secure-workplace